Klimaneutraler Herstellungsprozess bei Mayer & Söhne in Aichach

Von Nayra Weber

Aichach – Die verkaufte Gesamtauflage der Tageszeitungen in Deutschland betrug im ersten Quartal 2019 knapp 14 Millionen Exemplare. Über die Hälfte der deutschen Leser präferiert die gedruckte Form, wie eine Studie des Forschungsunternehmens Toluna zutage brachte. Allerdings machen sich laut der Befragung auch viele Kunden Gedanken darüber, wie nachhaltig Print ist. Dabei setzen viele Unternehmen auf einen klimaneutralen Druckprozess, auch Mayer & Söhne.

Ein durch Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Aichacher Druck- und Mediengruppe erzeugt Strom und Wärme. Zusammen mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage deckt das Unternehmen so den gesamten Energiebedarf des Druckereibetriebes aus regenerativen Rohstoffen und somit CO2-neutral.

Eine Absorptionskälteanlage wandelt die bei der Stromproduktion erzeugte Abwärme in Kälte um, die ganzjährig zum Kühlen der Gebäude und Maschinen genutzt wird. Auch 58 Prozent der von der Papier- und Zellstoff-Industrie Europas verbrauchten Energie kommt aus erneuerbarer Biomasse.

Die Papierindustrie trägt übrigens mit dazu bei, dass Wälder in Europa rentabel bewirtschaftet werden können. Zwischen 2005 und 2015 wuchsen die europäischen Wälder um 44 000 Quadratkilometer – das ist eine Fläche, die größer ist als die Schweiz und täglich über 1500 Fußballfelder umfasst. Gemäß der Organisation EEA (The European Environment) speichern Europas Wälder fast 80 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.

Dieser Vorrat wuchs seit 1990 um fast drei Milliarden Tonnen, was bedeutet, dass diese Wälder rund sieben Prozent der jährlichen Klimagase absorbieren.

Mit Hilfe eines modernen Maschinenparks mit integrierten Messsystemen wird bei der Aichacher Druck- und Mediengruppe Mayer & Söhne zudem konsequent an der Verbesserung der Produktionsprozesse gearbeitet, um einen möglichst geringen Verbrauch von Strom, Papier, Farbe und Druckhilfsmitteln zu erzielen.

Nicht vermeidbare Abfälle werden ökologisch verträglich entsorgt und dem Recycling zugeführt.

Der Lieferant von Mayer & Söhne, die Papierfabrik Palm in Aalen in Baden-Württemberg, verwendet zur Herstellung ausschließlich Altpapier in einem umweltschonenden Verfahren. In Europa liegt die Rate beim Papier-Recycling derzeit bei 72,5 Prozent – der höchsten in der Welt. Die Altpapiereinsatzquote – also der Altpapieranteil an der gesamten inländischen Papierproduktion – lag laut Umwelt-Bundesamt in Deutschland 2017 bei rund 75 Prozent. Bei der Herstellung von Zeitungsdruckpapieren setzt man komplett auf Altpapier.

Lediglich 13 Prozent der Holzernte weltweit werden von der Papierindustrie genutzt, wie Two Sides klarstellt, eine Initiative in den USA, Europa und Australien zur Vermarktung von Papier als nachhaltigem Kommunikationsmedium. Das Papier, das bei Mayer & Söhne für andere Druckprodukte als Zeitungen zum Einsatz kommt, ist FSC-zertifiziert (Forest Stewardship Council). Dabei handelt es sich um ein internationales Zertifizierungssystem für die Waldwirtschaft, das Holz und Papierproduktion aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern kennzeichnet.

Verantwortungsvoll bedeutet in diesem Fall, dass nachhaltige Waldnutzung betrieben wird: Es wird dafür gesorgt, dass gefällter Bestand erneuert wird, und die Waldarbeit geschieht unter sicheren und sozialverträglichen Bedingungen.

70 Prozent der europäischen Wälder sind nach den Standards des FSC oder des Programms zur Anerkennung der Waldzertifizierung (PEFC) zertifiziert, ein Viertel davon bezieht sich auf Papier- und Druckerzeugnisse.

Der gesamte Energiebedarf des Druckereibetriebs Mayer & Söhne wird durch eine Photovoltaikanlage und ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk gedeckt.
Fotos: Erich Hoffmann & Biogas Froschham